Funkschlüssel des Autos — Eine reale Gefahr?

Bereits seit fast zwei Jahrzehnten setze Neuwagen auf die Etablierung des Funkschlüssels. Stets war es der besondere Komfort beim Schließen und Öffnen des Wagens, der dabei überzeugen konnte. Doch immer wieder wird darüber berichtet, dass die Schlüssel eine reale Gefahr darstellen. Ist es tatsächlich möglich, einen Wagen auf diese Weise zu öffnen und welche Schritte leiten die Hersteller dagegen in die Wege?

Die neue Art des Autoklaus

In diesen Tagen veränderte sich die Art des Diebstahls sehr deutlich. Längst ist es nicht mehr der Dietrich, welcher von den Tätern benötigt wird, um dem Besitzer des Wagens Schaden zuzufügen. Stattdessen ist eine Software dafür notwendig, um die Signale des Schlüssels entsprechend manipulieren zu können. Im Jahr 2016 gelang es erstmals, einen großen Teil der Öffentlichkeit auf das bestehende Problem aufmerksam zu machen. Dabei wurde deutlich, wie viele Fahrzeuge tatsächlich von der Beeinträchtigung betroffen sind.

Eine Software, mit der es in nur wenigen Augenblicken möglich ist, ins Innere des Wagens zu gelangen, könnte auf der anderen Seite eine Chance darstellen. Wer beispielsweise seinen Schlüssel im Fahrzeug vergaß, bekommt auf diese Weise die Gelegenheit, das Missgeschick leicht wieder rückgängig zu machen. Alternative Chancen und Methoden beschreibt dieser Blogartikel von notprofi.de.

100 Millionen Autos betroffen

Als die Forscher aus Deutschland und Großbritannien ihr Ergebnis in der Süddeutschen Zeitung publizierten, war die Aufregung zunächst groß. So sahen sich auch die Verantwortlichen von VW dazu veranlasst, zum aktuellen Umstand Stellung zu beziehen. Sie gaben dabei direkt zu, dass eine Sicherheitslücke bei Fahrzeugen ab dem Baujahr 2001 bestehe. Neue Modelle hätten dagegen eine zusätzliche Absicherung erhalten und seien aus diesem Grund nicht mehr von er Schwäche betroffen.

Tatsächlich stehen den Dieben mit der Technik viele Möglichkeiten offen. Einerseits sind es Wertgegenstände im Wagen, auf die sie es abgesehen haben. Auf einem vollen Parkplatz ist es ohne großes Risiko möglich, in einen Wagen einzusteigen. Während das Modell selbst mit Sicherheitstechnik versehen ist und damit nur im Ausland weiterverkauft werden kann, gilt diese Einschränkung nicht für Smartphones, Navigationsgeräte oder Schmuck, die im Fahrzeug aufbewahrt werden. Entsprechend hoch kann der Sachschaden ausfallen, obwohl der Wagen selbst von den Tätern an Ort und Stelle belassen wird.

Möglichkeiten der Nachrüstung

Um die Sicherheitslücke klar und eindeutig zu schließen, müsste das System dazu in der Lage sein, die Distanz zum Schlüssel zu ermitteln. Wird das Funksignal von einer externen Quelle durch den Täter gesendet, würde das Fahrzeug die Türen dennoch nicht öffnen. Bei älteren Fahrzeugen ist eine solche Nachrüstung jedoch nicht ohne Weiteres möglich. Das gesamte Schließsystem müsste nachträglich ausgetauscht werden, was Kosten von mehreren tausend Euro nach sich zieht. Da dieser Eingriff den eigentlichen Wert des Wagens in einigen Fällen überschreiten würde, entscheiden sich generell nur wenige Fahrer dafür, eine solche Investition in die Wege zu leiten.

Noch ist die Gefahr der Funkschlüssel also keineswegs gebannt. Diese Chance wird sich für Diebe erst dann schließen, wenn die betreffenden Fahrzeuge eines Tages von den deutschen Straßen verschwunden sind. Noch ist nicht klar, wann genau dies der Fall sein wird. Hoffnung gibt derweil allein die Nachricht, dass das Problem bei neueren Modellen bereits von den Herstellern überwunden werden konnte, um die Sicherheit wieder zu erhöhen.